| Berichte | 12.03.2019

Kobalt – rundum mangelhaft

Seit Beginn wurde Kobalt in der Produktion von Lithiumbatterien genutzt und seit Beginn wird nach einem Substitut gesucht, wegen seines hohen Preises, seiner Toxizität und aus Sicherheitsgründen. Kobalt ist, mit Lithium und anderen Metallen, ein Inhaltstoff der Kathoden in den Zellen der meistgebrauchten Batterien (z.B. NMC, NCA). Ohne diesem hätten die Batterien nicht die von uns gekannten Leistungen.

Kobalt mangelt aber und ist hauptsächlich in einem Land konzentriert (zu 60%), die Demokratische Republik Kongo, der Krisenstaat per excellence, wo politische Unsicherheit, Gewalt, Ausbeutung und Korruption walten. Darüber hinaus geschieht die Verarbeitung der Minerale hauptsächlich in China, der weit grösste Hersteller des Kobaltes für Batterien. All dies macht Kobalt sehr teurer und verursacht die Unberechenbarkeit seines Preises. Es wird prognostiziert, dass sich per 2025 die Kobalt-Nachfrage verdoppeln wird, die Belieferungskapazität muss also erhöht werden, um das Wachstum der Nachfrage zu decken. Die Handlungsalternativen: einen Ersatzstoff finden, weniger Kobalt verwenden, Wiederverwertungsmethoden erforschen.

Ein Teil des in Kongo extrahierten Kobalts kommt aus illegalem Kleinbergbau, der durch Verletzung der Menschenrechte, Kinderarbeit und Umweltverschmutzung gekennzeichnet ist. Im handwerklichen Bergbau werden Kinder, ca. 40'000, ausgebeutet und die Arbeitsverhältnisse sind katastrophal: der Rohstoff wird mit der Hand gefördert, ohne jegliche Schutzkleidung mit offensichtlichen Auswirkungen auf die Gesundheit (s. Bericht von Amnesty International und African Resources Watch). Es kann natürlich nicht gesagt werden, dass der Batteriemarkt nur auf Kinderarbeit beruhe. Wenn aber auch nur ein Bruchteil des Kobalts aus der handwerklichen Förderung in Kongo kommt (ca. 20%) und heutzutage 30% der Weltproduktion für Batterien bestimmt ist, besteht Gefahr, dass ca. 3% des Kobalts in einer Batterie schmutzig ist.

Da es unwahrscheinlich scheint, dass die lokale Regierung das Problem der Ausbeutung beseitigt, müssen die OEMs resp. Autobauer aktiv den schmutzigen Rohstoff aus der eigenen Lieferkette streichen.

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Kommentare (7)

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Beat
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1
Mär. 2019
Beat (Ticino, Switzerland) sagt…

Ein Zertifikat hilft sicher aber löst das Problem nicht. Kurzfrstig müsste die Wiederverwendbarkeit durch Recycling stark gefördert werden um Abfallrohstoffe wiedere zu verwenden.

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Manfred
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7
Feb. 2018
First Poster
Manfred (Oberösterreich, Austria) sagt…

"Labor-Analysen haben ergeben, dass es Tesla und seinem Batterie-Partner Panasonic offenbar tatsächlich gelungen ist, den Kobalt-Anteil der Kathoden extrem zu senken – konkret auf 2,8 Prozent. Als weitgehend unentbehrlich galt bis dato ein Anteil von acht Prozent.Panasonic will “in naher Zukunft“ völlig auf den Einsatz von Kobalt verzichten." - Laut: https://www.electrive.net/2018/11/21/ubs-attestiert-zellen-des-model-3-hoechste-kosteneffizienz/

"Künftig könnten nur noch 4 Prozent der Kathode aus Kobalt bestehen, aktuell sind es Sahin zufolge bis zu 20 Prozent." Laut: https://energyload.eu/stromspeicher/forschung/batterie-kobalt-verbrauch/

Eine Herkunftszertifizierung ist anzustreben.

Wegen der o. a. Aussendungen bin ich sehr zuversichtlich, dass hier noch vieles möglich wird.

Jedenfalls macht die Forschung deutliche Fortschritte.

Wenn man bedenkt dass die Verbrennungsmotorbauer das Abgasproblem in 130 Jahren nicht in den Griff bekommen haben...

 
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