| Berichte | 26.02.2018

Die 22kW-AC-Ladung im Visier der Experten

Öffentliche oder halböffentliche Ladeinfrastrukturen sollten alle Typen von e-Autos laden können, sicher und benutzerfreundlich sein. Bei der Wahl der Ladestation kommt es hauptsächlich auf folgende Kriterien an: zur Verfügung stehende Zeit für die Ladung, Leistung und Art (AC und/oder DC) der Ladung.

Mit einer 22kW-AC-Ladung kann die 1. Generation Renault Zoe seine Batterie in einer Stunde praktisch vollladen und ein Tesla Model S – wenn mit einem optionalen 22kW Ladegerät ausgestattet – einen Viertel seiner Batterie laden. In beiden Fällen wird etwa 100 km Reichweite pro Ladestunde erreicht. Diese AC-Ladung Niveaus sind eine Ausnahme: fast alle anderen e-Serienfahrzeuge (z.B. Opel Ampera, Jaguar I-Pace, VW eGolf, Nissan Leaf, alle anderen elektrischen Renault) und alle Plug-In Hybride auf dem heutigen und künftigen Markt sind nicht mit einem, relativ teuren, 22kW-Lader ausgestattet, sondern mit einem einphasigen 3,7 oder 7,4kW-Ladegerät, der weltweit brauchbar ist. Nur für Tesla und einigen wenigen eAutos wird ein dreiphasiges 11kW Ladegerät angeboten. Die meisten Fahrzeuge können somit über AC lediglich 3,6kW laden, da der Strom einphasig in der Schweiz (aber auch in Deutschland und Österreich) auf 16 A limitiert ist, somit sind die 22kW-AC-Ladesäulen um das sechsfache überdimensioniert.

Die Mehrheit der erwähnten Fahrzeuge können jedoch auch über einen DC-Anschluss geladen werden und somit in einer Stunde 100 km Reichweite laden, dafür müssen die Ladesäulen aber 20kW DC anbieten können. Der grosse Vorteil der Kombi-Säule ist, dass praktisch alle e-Fahrzeuge damit eine Ladung von bis zu 100 km in einer Stunde laden können, heute und in Zukunft.

Es stellt sich nunmehr die Frage, ob reine 22kW-AC-Ladesäulen – die heute immer noch mehrheitlich installiert werden – überhaupt Sinn machen. Was meinen Sie?

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Kommentare (24)

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Rachid Ait Bouhou
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1
Apr. 2018
Rachid Ait Bouhou (Bad Soden, Hesse, Germany) sagt…

Ich bin seit 2009 in der E-Mobilität beheimatet und bin seit dem jedes E-Fahrzeug am Markt gefahren. Der Kommentar spiegelt 1:1 meine Meinung. Die 22/ 24 kW DC Ladestationen werden in der allgemeinen Diskussion viel zu wenig betrachtet. Das AC Laden macht überall dort Sinn, wo man sich zumindest 2 Std. aufhält, z. B. zuhause, am Arbeitsplatz, Sport oder in EKZ's. Ansonsten halte ich es für Blockade von öffentlichem Parkraum.

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Hansruedi
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1
Mär. 2018
Hansruedi (Zürich) sagt…

Arbeite seit Ende 80er Jahre mit bei Normierung Ladeinfrastruktur. Ursprünglich gab es nur Prototypen & keine Ladeinfrastruktur, gefolgt von Standard Steckdosen für Experten, die nach Erfahrung & Intuition gependelt haben wie die fremde Steckdose gesichert sein könnte.

Mit den Serienfahrzeugen war Laientauglichkeit gefragt.

Wer möchte eine Parallel-Ladegesellschaft:

Eine günstigere Experten Ladeinfrastruktur, wo auch die Laien dran können, aber nicht sollten,

Und parallel eine aufwendigere Ladeinfrastruktur wo Laien & Experten gleich sicher & komfortabel laden.

2 Autohersteller sagen: Unsere Fahrzeuge die für 150 / 350kW tauglich sein werden, können auch zu Hause mit 22kW AC laden.

Bestehende unbekannte Installation: ungeschützt, nackt

Mobiler Lader an bestehender unbekannte Installation: Bikini

Geprüfte Ladesäule mit Fahrzeugkommunikation: Allwetter angezogen

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Adi
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1
Mär. 2018
Adi (Appenzell Innerrhoden, Switzerland) sagt…

Siehe Norwegen: Parkhäuser voll mit Langsamladern, weil die Fahrzeuge Zeit haben während sie stehen. Schnelleres Laden macht Sinn auf weiteren Strecken. Einige wenige dafür schnelle Ladepunkte machen nicht viele glücklich. Stellt euch vor, es gibt im Einkaufscenter 3 Kostenlose Lademöglichkeiten (Ladegeschwindigkeit egal), die ersten 3 Passenden Fahrzeuge werden diese Nutzen ob es nun Hybride, andere Langsamlader oder welche mit AC Schnelllademöglichkeit sind, egal ob sie es nötig haben oder noch locker ihr Ziel erreichen. Ich glaube nicht daran, dass jemand seinen Einkauf, Kinobesuch oder Badeplausch extra unterbricht um den Wagen umzuparkieren. Je mehr Lademöglichkeiten es hat desto eher findet jeder einen Ladeplatz und da an den meisten Orten die Anschlussleistung begrenzt ist machen viele kleine Leistungen mehr Sinn als wenige grosse.

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Daniel Stüssi
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1
Mär. 2018
Daniel Stüssi (Zürich, Switzerland) sagt…

Grundsätzlich sind 11 kW genügend. Wenn die Verweilzeit das Besuchers unter einer Stunde liegt, scheinen mir 22 kW angezeigt. Ich befürchte aber, dass die Autohersteller billigere Systeme in die Autos einbauen wollen und aus diesem Grund werden nur 3.7 kW als AC-Leistung zulassen. Es liegt an den Kunden, hier die Fahrzeuge mit besseren Leistungen zu bevorzugen. Die Autohersteller wollen so auch die Wertschöpfungskette verlängern indem sie aktiv die DC-Lader ausrollen.

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Michael Berlin
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1
Mär. 2018
Michael Berlin (Berlin, Germany) sagt…

Erstmal: Einphasig 32A ist eine Katastrophe für die lokalen Stromnetze!

Wer will denn immer wieder ein 22kW LAdegerät im Auto mitkaufen udn immer als Gewicht herumschleppen? Das ist nicht wirtschaftlich.

Als E-Autobesitzer ist DC Laden, schnell kraktisch und mit wenig Anschaffungskosten verbunden. Daher sollten öffentlcih viel mehr DC-Ladesäulen stehen!

Zu Hause über nacht ist 22kW völlig überdiemnsioniert. Da reicht ein 11kW Anschluss locker aus...

 
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